Die Kategorie Sack Reis passt schon ganz gut. Es geht um eine Sache die zur Zeit an vielen Orten statt findet und eigentlich etwas absolut gewöhnliches ist.
Wenn die Viehcher sich nur nicht meinen Balkon ausgesucht hätten
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Ich wohne in Köln Sülz, ein Stadtteil der junge Familien anzieht: Zwischen Uni und Grüngürtel von Köln, Luxemburger- und Zülpicherstraße gelegen. Das gefiel auch einem Amselpärchen und so hat sich die junge und werdend wollende Familie in der Blumenkiste auf meinem Balkon eingenistet. Das ist ein wenig ungewöhnlich da Amseln laut Wikipedia bodennahe Nester bevorzugen. Ich wohne aber in der 4. Etage/Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses und das ist – wie ich vom Einkaufstaschenmarathon weiß – alles, nur nicht bodennah! Dennoch war es wohl die magische Ruhe über den Straßen von Sülz die das Pärchen angelockt hat.
Zunächst fiel mir bloß verstärkter Flugverkehr auf meinem Balkon auf. Ich schob es darauf daß ich den ersten Frühling in dieser Wohnung ohne Katze erlebe. Das Geflatter stört ja auch nicht wirklich, zumindest mich. Am Pfingst-Freitag machte mich Hase (Tochter, sie liebt diesen Namen genauso wie ich!) darauf aufmerksam daß ein Vogel in der Blumenkiste sitzt. Erste Reaktion: Ja neee, ist klar. Einen hormonell verstärkten Wutanfall meines Nachwuchses später stand ich auf dem Balkon und da war er: Der Vogel, oder besser gesagt ein kerniger Amselmann wie er auch in “Sex in the City 2″ auftreten würde. Zumindest glaube ich das Geschlecht am Gefieder erkannt zu haben. Wenn ich falsch liege und es doch das Weibchen war, dann aber zumindest eine Frau vom Schlage der Damenhockey-Nationalmannschaft der DDR. Für mich gab es, weil der Vogel still sitzen blieb nur zwei Möglichkeiten: Krank oder Nest. Wenig später, meine Neugier war geweckt, beobachtete ich daß der Vogel wegflog und ich war im gleichen Tempo auf dem Balkon. Die Variante Nest hatte eindeutig gewonnen.
Nun war klar warum die Amseln sich durch meine Neugier nicht beeindrucken ließen, sie fühlten sich bei mir heimisch genug um ihr kleines aber erfolgreiches Familienunternehmen zu gründen.
ICH WERDE PATENONKEL.
Blieb nur die Frage der Häufigkeit meiner unfreiwilligen Patenschaft: Zero, nichts, nada. Ein typisches Kölner Amselpaar? Also stock schwul? Diese Frage bewegte mich keine 24 Stunden, dann lieferte ein Blick ins Nest die Antwort: Ein Ei! Ein Ei! Grün wie ein Osterei lag es im Nest und meine Verzückung war nicht zu bremsen (Merke: Vogeleier im Nest wirken auf mich wie Töchter mit aufgerissenen Augen und Schmollmund). Meine Gäste an diesem Tag wurden wortreich vor dem Balkon gewarnt, die Verantwortung eines werdenden Vater hatte mich gepackt.
Am nächsten Tag waren es zwei Eier, am Tag danach auch schon drei.

Nun wollte ich endgültig wissen was mich erwartet und Wikipedia wurde befragt. Dort war zu lesen das ein durchschnittliches Gelege 4 Eier hat, aber auch welche mit bis zu 7 Eiern vorkommen. Daß die Brut 11 bis 16 Tage dauert, daß nach ca. 13 Tage der Nachwuchs das Nest verlässt. Okay, geht irgendwie schneller als bei meinen Kindern. Nach der ersten Brut legen die Amseln oft nach und brüten gleich noch mal. Warum? War es so schön? Gut das ich nicht zur Gattung der Amseln gehöre, mir reicht meine erste Brut vollkommen
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Heute habe ich wieder dem Nest aufgelauert, es war aber Geduld erforderlich. Seit es wieder etwas (viel) kälter ist verlässt die Amselmama nur selten und kurz das Nest und so ist es ungleich schwerer mal nach den Eiern zu sehen. Mein persönliches Erfolgserlebnis:

So werde ich immer wieder versuchen ein frisches Foto vom Nest und seinen Inhalt zu machen und in loser Folge hier zu berichten wie mein Dasein als Amsel-Patenonkel so verläuft.
Grüsslis
RP
Tags: Amsel, Brut, Gelege, RP, Sülz
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